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Predigt zum K-Freitag 2004,

2. Kor. 5

Bloss keinen Streit vermeiden, liebe Gemeinde! Es ist unglaublich, wie schnell, und wie viel Menschen in diesen Zeiten miteinander streiten. Mehr als früher? Ich glaube schon. Schneller, gereizter ist unsere Welt geworden: Ob es nun die unentwegten Klagen und Gegenklagen, in denen die Gerichte versinken, ob es die schnellen Handgreiflichkeiten sind unter Menschen. Die Verteilungskämpfe werden schärfer. Wer stark auftritt, gewinnt. Das lernen sehr früh auch die kleinen und schnell setzen sich die Gesetze der Hackordnung durch. „Ich bin der Chef!“ sagt mein Sohn am Küchentisch, und man hört den Kraftprotz aus seinem Kindergarten widerhallen. Die, die Kinder, haben, oder selbst welche waren, können das bestätigen.

Das war immer schon so, mögen einige von Ihnen sagen. Und das haben die Menschen zu allen Zeiten festgestellt und in einem alten Wort festgehalten: Sünde. Die Welt ist voller Sünde. Ein altes Wort, ein schwieriges Wort, aber ein Wort, über das es wert ist, nachzudenken. Weil es mein Versagen, meine Schuld mit Gott in verbringt.

Wie kann das gemeint sein? Wenn Menschen sich streiten, liebe Gemeinde, liegen sie auch im Streit mit Gott.

Alles was sich zwischen Menschen abspielt, zwischen Liebe und Hass, das kann sich auch mit unserem Gott abspielen, wenn wir es nur wagen, es einmal so zu sehen, wenn wir uns eingestehen, dass wir in einem Dreiecksverhältnis leben. Dann entsteht der Gedanke:Gott, das Gute selbst, der reine Gerechte, der muss doch Groll entwickeln, wenn es mit ansieht, was seine Geschöpfe so alles zuwege bringen, so die Glaubensansicht über Jahrhunderte. Dem kann doch nicht alles egal sein. Einmal, so erzählt die Legende aus dem alten Testament, hat Gott alle ersäuft, weil er es satt hatte. Wie findet Gott mich eigentlich? Hätte er noch Platz gehabt für mich in der Arche? Einen zornigen Gott, einen rächenden Gott fürt uns die Geschichte vor Augen.

Vor einigen Wochen wollte ich von den Hauptkonfirmanden wissen, ob sie noch eine Frage hätten zum Glauben. Da wollte einer wissen, ein starker junger Kerl, der alle, die im Kampf ihre Kräfte messen, bewundert, von Carate bis Phantasy, und das auch selbst tut: wie ist das mit dem Rachgott und dem liebenden Gott?

Ihm will ich diese Predigt widmen, denn er ist am Nerv unseres Glaubens gewesen, jenem Nerv, der an diesem Tag im Kirchenjahr, K-Freitag freiliegt. Seine Frage, will der Konrintherbrief beantworten mit einem Wort als Dreh und Angelpunkt: Versöhnen.

Was ist Versöhnung? Liebe Gemeinde. Lass es uns versuchen von Versöhnungsgesten her anzugehen. Wir sagen ja direkt, dies oder das war eine Geste der Versöhnung. Was gibt es für Gesten der Versöhnung? Klar, den Handschlag, bei den ganz kleinen und den ganz großen: zwei Raufbolde auf dem Schulhof: Gebt euch die Hand! Sagt die Lehrerin. Schröder und Busch geben sich die Hand!, Aha, sie haben sich wieder vertragen, haben wir begriffen. Eine andere Geste der Umarmung, nachdem sich ein paar gestritten hat vielleicht. Eine Umarmung zwischen Eltern und Kindern. Oder Blumen die sagen, eigentlich habe ich dich doch so lieb. Aufregend ist dabei, wer anfängt! Fängt der an, der am meisten verbockt hat, der dem anderen Schaden zugefügt hat, bleibt ein Misstrauen vielleicht. Meint der das ernst oder macht der das nur so? Wenn derjenige ansetzt, der hauptsächlich betroffen ist, dann ist es auf jeden Fall ernst. Muss aber nicht die Geste, die sich versöhnen will, von dem ausgehen, der der Täter war? Bevor wir uns genauer ansehen, wie Menschen sich versöhnen, noch einen Schritt zurück.

Was war denn vor der Versöhnung? Streit war vor der Versöhnung. Und nun Achtung, liebe Gemeinde, ein Streit, in dem es nicht darum ging, ob irgendjemand etwas richtig oder falsch gemacht hat, kein Streit aus dem beide etwas lernen konnten, die gibt´s auch, sondern ein Streit in der Sünde im Spiel war. Aber was ist denn Sünde? Sünde und Sund, haben die selbe Sprachwurzel, Sünde ist der Graben, der Sund, der aufgerissen wird zwischen zwei Menschen. Der Graben, der voll gefüllt ist mit Hass und Zerstörung. Sünde ist, wenn ich mich nicht mehr dem anderene öffnen kann, ohne im Graben des Hasses und der Wut zu versinken, wie man im Priel versinkt. Im Streit gibt es keine Brücken mehr über den Graben der Entzweiung. Der Graben ist wirklich, liebe Gemeinde, und er kann tiefer und tiefer sich einspülen, wenn das Gesetz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu wirken beginnt. Übrigens Brücken sprengen und Mauern ziehen, dass sind die Gesten des Streites. Ich denke an die Brücke in Strebenitza, oder die Mauern, unsere Mauer ehemals, die zwischen Nord und Südkorea und die neuste in Israel.

Jagt ihr uns in die Luft, bringen wir Euch um. Das ist doch die Spirale der Gewalt, die wir in Israel Palästina und anderswo gegenwärtig erleben. Und da zieht etwas Kreise, das ist mit Vernunft nicht mehr zu fassen, da geht es nicht nur um richtig und falsch, da ist eine Atmosphäre vorherrschend, der sich keiner entziehen kann, eine Macht der Sünde. Und sie ist gestärkt durch ein Bild vom Rachegott, einem der Vergeltung will: Wir sind die Guten und mit Gottes Hilfe schlagen wir das Böse, so die religiöse Rechtfertigung desjenigen, der Gewalt ausübt. Er sieht den Balken im eigenen Auge nicht. Er ist verblendet.

Ich will aber nicht so viel über andere reden. Laßt uns hören, was Paulus zu uns sagt, zu uns, die wir ja keineswegs frei sind von Entzweiung in unseren Familien, in den Gemeinden, wenn die Schuld auch oft verdeckt wird.

Denn Gott versöhnte in Christus die Welt mit sich selber,

indem er ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete und

in uns das Wort der Versöhnung hineinlegte.

Das ist das absolut Neue des Christentums, liebe Gemeinde, der Botschaft von K-Freitag und Ostern. Gott baut die Brücke über den Sund. Wir machen den Ärger, und er baut eine Brücke, Er fängt an einseitig und legt etwas in uns, dass der Grundstein für weitere Brücken ist, unsere Brücken der Versöhnung. Es ist das Wort der Versöhnung, mit dieser Brücke, mit dem Evangelium von Jesus von Nazareth zeigt sich unser Gott als ein liebender Gott. Er baut einseitig, will sich versöhnen kommt auf uns zu. Und das tut not. Warum? Ganz einfach. Wir sind keine Götter auf Erden. Wir sind verstrickt in Schuld, immer wieder, Menschen verletzten, zerstören, töten. Und diese Sünde können sie nicht rückerstatten, sie kann von uns aus nicht wieder gut gemacht werden.

Sie wissen wie schwer das ist, schon einfache Dinge vorm Nächsten zuzugeben, genauso schwer, wie es wirklich ist, zu vergeben. Oft sind wir Menschen schrecklich nachtragend. Und wenn dann einer kommt und sagt, was kann ich dafür tun, dass du wieder grün mit mir bist? Dann kann es doch nur funktionieren, wenn ich als Verletzter, ganz langsam innerlich wieder heile werde und nicht durch ein: Ist doch nicht so schlimm! Über den Tisch gezogen werde.

Das ist übrigens das schwere daran, Kindern die Entschuldigung beizubringen: Ich kann dem Kind zwar beibringen, zu lernen Entschuldigung“ zu sagen. Es muss aber doch eigentlich spüren lernen, wann es dran ist, wann der andere so weit ist, es auch anzunehmen. Und es setzt eins voraus: Das der Täter genauso ehrlich glaubhaft machen kann, dass es ihm Leid tut.

Die Versöhnung ist allerdings dann erst wirklich gelungen, wenn der andere sagen kann: Ich verzeihe dir. Auch dieses Ich verzeih dir, ist wohl aus dem Wort der Versöhnung heraus gesprochen, dass Gott uns ins Herz gelegt hat. Gott hat uns die Gabe gegeben zu sprechen mit Worten über geschehenes und zu verzeihen, liebe Gemeinde. Also lasst uns die Kunst üben, wieder eingehen zu können auf das Friedensangebot, und die Hand nicht auszuschlagen, auch die Hand Gottes nicht auszuschlagen, wie Paulus weiter schreibt:

So sind wir nun Botschafter an Christi Statt,

denn Gott ermahnt durch uns:

Wir bitten an Christi Statt:

Laßt Euch versöhnen mit Gott.

Mehr haben wir nicht, liebe Gemeinde, wusste Paulus zur Versöhnung als die Botschaft, als das Wort. Was bewirkt denn Versöhnung? Gesten können versöhnen. Aber das Wort gehört dazu: das Wort, das sich im Menschen aufrichtet, nachdem er niedergeschlagen war, und das sagt, was ist. Laß es gut sein! Oder: Ich hab dich doch so lieb. Oder: Vergeben! Oder das soll uns nicht trennen! Das sind alles Worte, die wie Brücken sind, über den Sund der Trennung und Entzweiung. Wenn wir die sprechen, werden wir zu Botschaftern der Versöhnung unter den Menschen.

Es gibt aber Erfahrungen von Schuld, die kann kein irdisches Recht mehr bearbeiten, die können Menschen kaum bewältigen, die gehen tiefer. Das zeigt die Geschichte von einem US-amerikanischen Soldaten mit indianischer Herkunft, die ich neulich in den Medien verfolgt habe und die hier her gehört. Im Hintergrund steht für mich noch die Frage unseres Textes und unseres Tages: Warum und wie mit Gott versöhnen? Und wieso durch Christus, von dem es in dem Predigttext heißt? Den, der keine Sünde kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht,

damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes werden.

Der Mann war im Irakkrieg im Einsatz und ist mit seiner Patrullie in einen Hinterhalt geraten. Dort ist es ihm gelungen, durch das Töten mehrerer Iraker, das Leben seiner Kameraden zu retten. Er war ein besonders guter Schütze und bekam große militärische Ehren für seine Tat. Nach einer Zeit in seinem Zuhause in de USA kam er erneut in den Irak und in eine gewaltsame Auseinandersetzung. Er musste erleben, wie ein von ihm angeschossener Soldat direkt vor seinen Augen starb. Dessen gesicht war voller Hass voll Klage in den letzten Sekunden seines Lebens wenige Meter ihm gegenüber, als ob er sagen wollte: Warum tötest du mich?

Diese Erfahrung veränderte den Mann grundlegend.

Er wurde seelisch krank. Sein ganzes Selbstwertgefühl brach zusammen unter seinem Schuldempfinden. Seine Kunst, schießen zu können begann er zu verabscheuen. Sein Familie in den USA zerbrach, weil er sich seinen Lieben nicht mehr öffnen konnte. Es gab für ihn keinen anderen Weg aus den Reihen des Militärs und seiner Not auszubrechen, als zu desertieren, über die Canadische Grenze zu fliehen und um Asyl zu bitten. Dort nun sah man ihn, wie er in den Weiten der Wildnis den indianischen Göttern Opfer überbrachte, um das von den Göttern zu erlangen, nach dem er sich sehnte, Gnade für seine Person, Befreiung von seinen Alpträumen, Versöhnung durch Gott, Gnade vor ihm. Wer, liebe Gemeinde, kann für diesen Mann vor Gott eintreten?

Ich antworte mit Paulus: Nur einer ist einfüralle Mal eingetreten für diesen Mann vor Gott und kann ihn auch heute erlösen, der, der keine Sünde kannte, und zur Sünde gemacht wurde, wie es im Text heißt. Jesus von Nazareth, ist sozusagen der krasseste Fall von Sünde, der Angriff auf die reine Unschuld, und er ist derjenige der sagen kann am Kreuz: „Vater vergib, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Wenn wir Gott bitten, bitten wir also durch jenen einzigen, der uns wirklich vergeben kann, wenn andere es nicht mehr können, vergeben eben auch jenem Mann, der durch indianische Opfer versucht, Freiheit zu erlangen. Wenn er das nur glauben könnte, wenn es doch in seiner Seele wirken würde!

Wir Christen, so der Glaubenswunsch des Paulus, sind frei. Wir sind in der Gerechtigkeit Gottes durch die Hingabe eines Menschen an die Liebe, die nicht entschiedener vorstellbar ist. Ein Hingabe, die der Sünde in der Welt zum Opfer wurde und ihn in Kauf genommen hat. Von diesem Opfer aus hat das Wort der Versöhnung eine Chance, damit erweist sich Gott als Gott der Liebe, dass das Menschliche Wesen seiner selbst zu ihm spricht, Vater vergib! Es gibt einen Fürsprecher über allen Fürsprechern.

Laßt Euch also versöhnen durch Gott, er hat die tiefen Sunde der Welt selbst erlebt, und ist seiner Liebe zu uns doch treu geblieben. Fürsprache hält er für die Menschen durch seinen Sohn, den gekreuzigten. AMEN

AMEN


Predigt Palmarum 2004 zum Philipper-Hymnus

Phil 2, 5-12

Wer war er? Wer ist er? Wer ist er für dich, für mich, für uns? Liebe Gemeinde, zu zwei Zeiten im Jahr machen wir uns auf den Weg, zu durchringen mit unserem Glauben, wer Jesus von Nazareth war, wer Gottes Sohn war. Zwei Zeiten, Weihnachten und Ostern gehen wir auf die Spur dieses Menschen, der uns so viele Fragen aufgibt, den wir aber auch die Mitte des christlichen Glaubens nennen. Und wir vergegenwärtigen uns, was man von ihm erzählte, was aufgeschrieben ist in der Bibel.

Als ich die Konfirmanden auf einem großen Blatt alles aufschreiben ließ, was ihnen zur Person Jesus von Nazareth einfiel, da drehten sich dreiviertel aller Wörter um Weihnachten, Krippe, Stroh und Engel usw.. Unbezweifelt, es bestätigte sich noch einmal die Sicht, die unlängst in einem theologischen Buch auf vielen Seiten ausgereizt wurde: Das Christentum der Volkskirche ist „ein Weihnachtschristentum“. Jesus von Nazareth ist in dieser Sicht in erster Linie das Kind in der Krippe. Die Schönheit eines Kindes, eines Neugeborenen, das verstehen fast alle. Das hat sich durchgesetzt, das leuchtet ein; ein Kind geboren, ist etwas heiliges, Jesus von Nazareth ein heiliges Kind.

Als ich meine Gesprächpartnerinnen und Gesprächspartner im Kanzelgespräch letzten Donnerstag fragte: wer ist er für Sie? Da antwortete manche, das das Bild von Christus sich einspielt mit unserem Kirchenjahr und das ist eben in der Passionszeit das Bild des Leidenden, des Ohnmächtigen, des scheiternden Menschen, schließlich auch des Auferstehenden. Die Passionserfahrung, da gibt es eine Menge Anschlüsse an das eigene Erleben, am Ende zu sein, verlassen sein, einsam sein, wie Jesus. Aber auferstehen, wenn wir´s nicht nur symbolisch nehmen sondern ganz wirklich, können wir nichts aus Erfahrung dazu sagen. Keiner von uns ist von den Toten schon auferstanden, das steht noch aus. Und erleben wir nicht doch so etwas wie Auferstehung? Unser Predigttext gibt uns dazu ein anderes, wirklichkeitsnäheres Wort an die Hand. Wir werden erhöht. Aber dazu später mehr.

Wer war er? Wer ist er? Wer ist er für mich, für uns? Seit dem dieser einzigartige Mensch Jesus von Nazareth über die Erde gewandert ist, stellen sich Menschen diese Frage. Und glauben sie mir, diese Frage hat sich nicht erst nach seinem Tode gestellt. Wie oft heißt es in den Evangelien: Und als sie ihn gehört hatten, oder als sie das gesehen hatte, was er tat, wunderten sie sich: Beispiel sturmstillung….Wer ist der, dass Wind und Wasser ihm gehorchen?

Wer ist er? Die Frage wurde sachlich zu beschreiben immer schwieriger damals, in dem Moment, in dem alle die, die ihn kannten nicht mehr lebten. Aber um Sachlichkeit ging es den Menschen nicht, es ging ihnen um den Geist der Wahrheit, Begeisterung, Liebe und Glaube. Am Anfang, liebe Gemeinde, stand eine Art Liebeserklärung für Jesus von Nazareth. Haben sie schon einmal eine sachliche Liebeserklärung gehört? Also: erstens, zweitens, drittens…. Daten und Fakten, das sind nicht die Stoffe, aus der Liebeserklärungen gedichtet werden.

Am Anfang stand das leere Grab, das wir Ostern feiern, kein Jesus mehr da. Aber die Menschen fingen an zu erzählen und hörten nicht auf, denn ihr Herz brannte, ihr Herz brannte vor Liebe. Von Mund zu Mund wurden die Geschichten weitergegeben, und in dem Erzählen verdichtete sich Glauben bei den Menschen, Glauben, dass dieser Mensch mehr war als alle anderen Menschen, dass Jesus von Nazareth göttlichen Wesens war und das dieses Wesen lebt. Und in dem Glauben, dass er göttlichen Wesens ist, begannen die Menschen, sich gegenseitig in den Häusern zu besuchen und gemeinsam das Brot zu brechen, wie er es getan hatte, sie begannen zu beten und zu loben, Kontakt aufzunehmen mit dem Gott ihres Herzens, und sie sangen Lieder, Lieder, die von diesem Menschen erzählten.

Liebe Gemeinde, sie müssen sich vorstellen, das waren Lieder, wie Lieder, die man auf eine vergangene Liebe besingt, eine die gewaltsam getrennt wurde, und von der einer spürt, sie lebt noch im Herzen, diese Liebe, sie lebt, und der Schmerz und das Glück wird spürbar in dem Moment, wo meine Stimme das Lied anstimmt. Und dieses Lied versucht Antwort zu geben auf die Frage, die sich die Menschen damals wie heute stellten: wer war er und wer ist er heute für mich?

So ein Lied, liebe Gemeinde, liegt uns als Predigttext heute vor, eine Hymne auf Jesus Christus aus dem Philipper-Brief Kpt. 2, 5-12:

Christus, der in göttlicher Gestalt war, hielt doch nicht an dem Los fest, Gott gleich zu sein.

Sondern entäußerte sich selbst aller Vorzüge und nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich. Seine ganze Erscheinung zeigt, er war ein Mensch wie du und ich.

Christus erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, dem Sklaventod am Kreuz.

Darum hat Gott den Erniedrigten erhöht und ihm den Namen verliehen, der über alle Namen erhaben ist.

Dass im Namen Jesu sich alle Knie beugen sollen im Himmel und auf Erden und unter der Erde,

und jede Zunge bekennen soll, dass Jesus Christus die Herrschaft gehört. Dies geschehe zur Ehre Gottes, des Vaters.

Ein gutes Liebeslied ist eins, dass alles sagt, was wichtig ist. Es ist eins, dass die Wahrheit sagt. Singen und Lügen passen ganz schlecht zusammen, weil man nicht gut singen kann, wenn man es nicht so meint. Da bleibt einem eher die Stimme weg. Dieser Hymnus ist gut, weil er alles über Jesus von Nazareth sagt, was wichtig ist und was wahr ist. Was sagt das Lied?

Der Mensch Jesus von Nazareth kommt von Gott her, sagt das Lied, er hat vor aller Zeit göttliche Gestalt gehabt. Er kam aus dem Zwischenraum Gottes, aus dem jenseitigen, verließ aber diesen glücklichen Zustand, diese Gestalt, um ganz bei uns zu sein, aus Liebe zur Menschheit.

Das, liebe Gemeinde, war die Glaubenseinsicht, die umging, und die war verstrickt mit den Legenden über den Menschen. Wie wird ein Gott ganz Mensch? Lukas, der Evangelist, macht dann deutlich: ein Mensch hat eine Kindheit, ein Mensch wie du und ich, an den Grenzen des Lebens wird der Mensch erkennbar. Er ist geboren, er ist gestorben wie ein Mensch, und doch mehr als das. Geboren aus Gott, gestorben und auferstanden in Gott hinein.


Wer war er? Der Hymnus singt: er wurde Knecht, Diener, Sklave, er erniedrigte sich.

Nicht Vater, Mutter, Kind, nicht einen ordentlichen Beruf ausüben, das ist alles zu viel Status und das passte nicht zusammen mit seinem Auftrag. Er hatte nicht viel Zeit, seine Botschaft vom Gottesreich zu predigen. Nein, auf Wanderschaft ging er, mit einem Mob von Taugenichtsen unterwegs, die ihre Arbeit verließen, um seine Predigt vom Reich Gottes zu hören.

Dass müsste mir einmal passieren, dass einer seine Arbeit verlässt um meine Predigt zu hören. Das könnte ich ja gar nicht aushalten, diese Entschiedenheit, diese Hingabe eines Menschen an die Botschaft. Jesu von Nazareth konnte es nicht nur halten, er forderte es auch noch heraus. Jesus nachfolgen, das hieß: Werde frei, indem du loslässt, was dich einkästelt und riskiere die Sicherheit von Bett, Dach Familie und Beruf, geh mit auf die Wanderschaft, dann wird dir der Himmel auf gehen.

Wer war er? Jesus von Nazareth war gehorsam bis ans Kreuz, sagt der Hymnus. Gehorsam meint, unbedingt auf etwas zu hören. Er hörte aber nicht auf irdische Autoritäten, er hörte nicht auf den Versucher, den Teufel, der sagte: Mach doch da die Steine zu Brot, das kannst du doch, dann bist du der King, dann lieben dich die Menschen. Er vertraute seiner inneren Stimme, die sagte: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Da innen sprach Gott mit ihm, und er nahm seinen Kurs an, den Weg, den sein innerer Kompass ihm steckte.

Er hörte nicht auf die anderen Leute: nicht auf die Jünger die sagten, schicke die Kinder weg, die stören, nicht auf die Gelehrten die bei seinem Einzug in Jerusalem ihm einflüsterten: Sieh doch zu, dass die Leute nicht so rumbrüllen, immer wieder Hosianna!

Wenn die nicht schreien, dann werden die Steine schreien, antwortete er. Er wusste: dass hier, das Hosianna, gelobt sein der König, das gehört dazu. Es gehört zu dem, was kommt: Dass sie heute hurra schreien, und in ein paar Tagen werden sie kaltschnäuzig rufen: weg mit ihm.

Er hörte wohl auch nicht auf die, die ihm sagten: Jersualem? Geh da besser nicht hin, da wird ´s dir schlecht ergehen. Das wird dein Ende sein, warum wanderst du nicht aus und gehst nach Indien? Das ist übrigens eine weit verbreitete Legende: Jesus ging nach Indien und gründete eine Familie mit 20 Kindern, eine Legende, die die weiter tragen, die eben das nicht aushalten, dass er auf die Stimme Gottes gehört hat, dass er für die Liebe und die Befreiung von weltlicher Macht eingestanden ist, bis zu seinem Ende, seinem unschuldigen Tod am Kreuz.

Nein, Christus erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, dem Sklaventod am Kreuz, heißt es im Hymnus.

Darum hat Gott den Erniedrigten erhöht und ihm den Namen verliehen, der über alle Namen erhaben ist.

Mein Gott, hast du ihn heim geholt? Ohne, diesen Gedanken, liebe Gemeinde, ohne diesen Glaubensgedanken, macht die ganze Geschichte keinen Sinn. Gott wurde Mensch und Ende aus, Gott ist tot, im Tod Jesus von Nazareth? Nein, das kann ich nicht glauben. Das wäre das Ende allen Glaubens, weil wir nur fragen könnten, wer war er, aber nicht mehr eine Antwort finden würden auf die Frage wer ist er für mich heute.? Dann wäre er Vergangenheit und nicht Gegenwart.

Was ist aber Auferstehung, Erhöhung in der Gegenwart?

Lassen sie uns zum Schluss fragen, nicht wer war er sondern wer ist er für dich und für mich? Jesus Christus, der menschliche und göttliche. Er ist ein Spiegel unserer Selbst, ein Spiegel jedes einzelnen von ihnen. Wir sind aufgerufen, in dieser Woche und in diesem Leben, in den Spiegel zu sehen, die Bewegung mit zu vollziehen, sein Verhalten zu erlernen, ihn nachzuahmen. So meint das wohl auch Paulus, wenn er am Anfang des Textes schreibt: Seid so untereinander gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus entspricht.

Keine leichte Aufgabe, wir werden uns wohl nicht kreuzigen lassen, aber wir machen die Erfahrung, das jeder sein Kreuz zu tragen hat im Leben. Jeder hat sein Kreuz zu tragen, das ist eine Redensart, die für mich hand und fuß hat. Wir können aber auch erleben, wie es ist, erhöht zu werden aus der Erniedrigung, wie etwas uns aufrichtet, wenn wir in die Knie gehen, freiwillig oder unfreiwillig. Wir könnten Geschichten sammeln.

Ich will nur ein Beispiel nennen: Gott erhöht uns wie Christus, wenn es uns gelingt zu vergeben, nicht zu verbittern. Wenn wir sagen können: „Vater vergib, denn sie wissen nicht, was sie tun.!“ Wenn wir unsere Gegner nicht bei ihren Fehlern behaften. Freilich, immer brauchen wir den Menschen dazu, die Frau oder den Mann, die uns, wie Luther zu sagen pflegte, zu Christus werden, die uns den Spielraum dazu geben. Gott möge sie uns auf den Weg schicken.

AMEN

Predigt zu 1. Kor 9, 24-27 Feb. 2004

Eins, zwei drei im Sauseschritt, die Zeit die läuft wir laufen mit,

Liebe Gemeinde, oft, habe ich den Eindruck, gleicht unser Leben dem Lauf auf einer Wettkampfbahn. Das Leben scheint wie ein Dauerlauf. Schneller, höher, weiter sollen bereits die Kinder voran kommen. Die Eltern sorgen sich, kommt mein Kind auch richtig mit, nimmt es die Hürden, die vor ihm liegen, und fällt nicht zu-rück im Rennen. Angeblich müssen ja jetzt alle schneller lernen. Gymnasium in Zukunft in 12 statt in 13 Jahren zum Beispiel. Und ihr Konfirmanden sitzt dann bei mir im KU und erzählt von Eurem Druck in der Schule.

Im Arbeitsleben geht es dann gleich so weiter: Wie kann dieser oder jener Arbeitsschritt noch schneller gemacht werden? Bis wann soll das fertig sein? Am besten bis gestern. Wer das schnelle Tempo nicht mit macht, fliegt aus der Bahn, wird schnell von an-deren überrannt, wird krank. Wer zu alt ist, soll möglichst durch junge größere Kraft ersetzt werden. Das gesellschaftliche Desinte-resse an den Alten und die überpositive Sicht auf die Jungen hat auch etwas mit dieser unerbittlichen Wettlauf auf Wettkampfbahn zu tun.

Meine Tage kommen mir auch manchmal vor wie ein Wettlauf mit der Zeit. Immer der Blick zur Uhr, schlimm fand ich zum Beispiel in der letzten Woche: ich hatte nicht die Ruhe, meinen eigenen Verwandten am Telefon zum Geburtstag zu gratulieren, der nächs-te Termin wartete ja.

Wenn es so geht, fragt man sich bald, wo soll dieser Lauf hinfüh-ren? Wo ist das Ziel? Weg da, weg da, ich komm zu spät, aber wozu? Was ist der Sinn? Was ist der Sinn des Lebens, ein Wett-lauf, gar ein Hamsterlauf?

Auf jedenfall kommt man mit nervöser Hektik selten weit. Der Läufer, der gleich am Anfang alles gibt, hat bald keine Chance mehr. Und der, der sich seine Kräfte nicht einteilt, brennt aus. Schwer ist es trotzdem, die Ruhe zu wahren angesichts des soge-nannten Reformdrucks außerhalb und innerhalb der Kirche. Man möchte ja am liebsten Singen: Jesus lauf voran auf der Achter-bahn! Den Zielbahnhof kann ich noch lange nicht sehen. Deswe-gen tuckern wie ein Eintakter, sagt mein Kollege. Das sind die al-ten Trecker, die ruhig und langatmig laufen, und das schon zum Teil 50 Jahre.

Die Frage bleibt: Wo war noch gleich der Sinn? Man hat oft den Eindruck da stehen immer Leute an der Lebensbahn rechts und links, die ständig rufen, hier lang, nein, hier lang. Und du ver-suchst das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Wettkampfbahn, liebe Gemeinde, ist ein Bild für den Lebens-lauf, das Menschen seit je her einleuchtet. Der Marathonlauf, eine Erfindung der Antike, hat selten so viele Menschen begeistert, wie heute. Vielleicht hat das etwas mit unserer Sehnsucht heute zu tun, die große Belastung unserer Zeit sportlich zu meistern.

Der Wettlauf ist ein allumfassendes Bild, ein Bild, das auch Paulus benutzt, um die Korinther auf das Lebensziel einzunorden, jenes, Lebensziel, dass größer ist, als aller vorläufiger Sinn. Aber ich will nicht vorgreifen, eins nach dem anderen. Ich lese noch einmal den Predigttext in der Übersetzung von Klaus Berger: „So ist es auch beim Wettlauf im Stadium: Alle laufen, aber nur einer kann ge-winnen. Ihr müsst also laufen, damit ihr gewinnen könnt! Jeder Wettkämpfer bereitet sich auf den Wettkampf vor, indem er Ver-zicht übt. Die Wettkämpfer im Stadion tut es für einen vergängli-chen Preis, wir aber tun es für einen unvergänglichen Preis. Ich weiß, für welches Ziel ich laufe, ich schlage nicht ziellos in die Luft, sondern hole gezielt aus. Ich stachele meinen Leib an und halte ihn wie einen Sklaven, um selbst glaubwürdig zu sein, wenn ich anderen die Botschaft verkündige.“

Es scheint so auf den ersten Blick, als ob Paulus den Wettlauf als Bild für das Leben im Glauben, als Bild für den Lebenslauf positiv sieht. So wie mit dem Glauben sagt er, ist das auch beim Wettlauf im Stadion. Wer den Sinn in Gott sucht auf der Lebensbahn, der läuft in einem Wettlauf mit einen besonderen Ziel. Das Ziel ist ein unvergänglichen Preis und nicht ein vergänglicher.

Vergängliche Preise: Wann haben sie den letzten Menschen auf einem Siegertreppchen gesehen? Letzten Abend in der Tages-schau? Das sehen wir ja ständig, was wird gezeigt in den Medien, die Siegerposen! Sieger halten in der Hand Pokale, goldene Käl-ber. Die Schauspieler halten goldene Kameras hoch oder Bambis. Paulus nutzt das Bild, um eines klar zu machen: dies alles sind letztlich vergängliche Preise, diese Preise können nur vorüberge-hender Sinn machen, der letzte Sinn, den wir bezielen, muss ewi-ger, zeitloser, übersinnlicher Natur sein. Kein goldenes Kalb, kei-ne goldene Kamera. Die Wettkämpfer im Stadion laufen für einen vergänglichen Preis, wir aber laufen für einen unvergänglichen Preis. Was aber ist dieser Preis?

Bevor wir darüber nachdenken, müssen wir noch einen anderen Einwand gegen Paulus aufnehmen, der im Kanzelgespräch zur Sprache kam, als wir den Text gemeinsam durchdacht haben. „Kann nicht nur einer gewinnen? Heißt es da bei Paulus. Also lauft, damit ihr gewinnt!

Moment mal, Paulus! Einer wird gewinnen bei Gott. Soll ich denn jetzt Konfirmandenunterricht machen nach dem Prinzip, ich bin ein Konfirmand, holt mich hier raus. Soll ich denn nun sagen: Nur ihr drei besten, ihr gefalt Gott! Alle anderen sind leider herausge-wählt. Gut, dass ihr die anderen ausgestochen habt. Sie sehen, lie-be Gemeinde, hier hinkt das Bild, hier läuft es nicht glatt durch. Rivalität im Glauben, besser und schlechter ist nicht mit der um-fassenden Liebe Gottes vereinbar, an die Christen glauben. Glaube als Wettlauf gegeneinander, das funktioniert nicht.

Der Glaubenslauf der Menschen kann kein Wettlauf sein, in dem die Menschen mit Ellebogen um sich schlagen und die Abstände zählen. Wenn die Leute loslaufen, dann werden sie auch am Ziel ankommen. Wenn du losläuftst auf Gott zu, dann wirst du siegen, und zwar einen unvergänglichen Preis. Und wir gingen noch wei-ter im gemeinsamen Gespräch über den Bibeltext: Jeder hat doch auch auf dem Lebenslauf letztendlich seine eigene Strecke und kann nur selbst siegen im Miteinander mit den anderen.

Noch zwei Gedanken möchte ich aufnehmen aus dem Text: „Jeder Wettkämpfer bereitet sich auf den Kampf vor, indem er verzicht übt.“ Auch das ein Gedanke, der allen bekannt ist: Wenn ich mor-gen einen Wettkampf habe, dann feiere ich nicht heute bis nach Mitternacht. Viele, die trainieren für einen Marathon, verzichten auf allerlei andere Dinge, die sie ablenken davon, das Ziel zu er-reichen. Wenn du auf ein Ziel loswillst im Leben, dann macht es Sinn, das ein oder andere zu lassen, damit du das Ziel nicht aus den Augen verlierst. Das ist ein heikles Thema, in einer Gesell-schaft, die zu großen Teilen lebt von Ablenkung, von Zerstreuung. Man läuft, man kann sich das Ziel kaum vorstellen, und da steht jemand an der Bahn und hält dir einen Schokoriegel hin. Sagt: Komm, die kleine Pause zwischendurch! Das macht dich erstmal satt, und dann kommt die Verlockung und die und bald ist die Konzentration geraubt.

Ablenkung und Zerstreuung zu lassen, auf etwas zu verzichten um Lebenssinn um Glauben zu gewinnen, das kann gute Wirkung ha-ben. Das war der eine Gedanke.

Ich sage aber „kann“, weil ja doch mein Leben nicht so ist, und weil ich mich gerne ablenken lasse, und weil ich viel erfahren und entdecken kann, wenn ich die ausgetretene Wettkampfbahn ver-lasse auch vom Sinn erfahren kann. Der Lebenslauf ist nicht immer in der Runde im Stadion, er ist verschlungen und hat Sackgassen und manchmal geht er wie eine Schlangenlinie. „Der Verschenkte Sieg“

Der Lebenslauf ist lange nicht immer zielgerichtet. Komme ich da nicht weiter ab vom Ziel? Eine Geschichte will ich erzählen, sie findet immer wieder statt an vielen Orten dieser Erde. Und die sagt uns endlich, was denn eigentlich das Ziel ist:

Eine junge Frau hat einen klaren Lebenslauf vor sich. Sie soll das Geschäft ihres Vaters übernehmen, eine sichere und gute Sache. Ich habe nicht dieses Lebensziel, sagt sie. Und entscheidet, zu ge-hen. Sie hat auch gute Gründe zu gehen. Es ist nicht ihr Ziel. Es ist das Ziel ihrer Familie. Sie geht noch weiter, damit sie ihren Le-benslauf anpeilen kann, lässt sie sich das Erbe auszahlen. Sie läuft los voller Elan, voller Neugierde, sie hat einmal Pech, sie berap-pelt sich, sie hat nochmal kein Glück. Sie hat nur noch mühe wie-der aufzustehen. Sie ist bald kraftlos und mittellos. Sie weiß schließlich nicht mehr weiter. In ihrer Hoffnungslosigkeit erhebt sie sich ein letztes Mal und geht den Weg zurück zu ihrem Vater. Sie haben die Geschichte schon erkannt, es ist – etwas verfremdet der Mythos vom verlorenen Sohn - Was für ein hundeelendes Ge-fühl muss das sein, diesen Gang der Rückkehr anzutreten, was für eine Demütigung. Und wie viele Eltern, die dies erfahren, dass da einer zurückkriecht, nutzen es für eine Geste der Überheblichkeit. Siehste, siehste!

Was aber steht im Gleichnis?

Der Vater steht auf dem Hügel und sieht sein Kind kommen und nun kommt der Wettlauf der Liebe: Der Vater rennt seinem Kind entgegen. Das ist die Bewegung Gottes, Gott läuft uns entgegen er kommt auf uns zu gerannt wie einer, der liebt, wie ein Vater. Er rennt uns entgegen, welche verschlungenen Umwege auf unserem Weg zu Lebensziel wir auch genommen haben. Er steht nicht da mit der Stopuhr und sagt: Hat ja ganzschön lange gedauert bis dus begriffen hast, sondern voll Freude verkürzt er den Weg von seiner Seite aus.

Ist nicht das der unvergängliche Preis, das da einer uns entgegen-läuft und ruft, wer kommt in meine Arme? Lassen sie uns versu-chen unser Leben so zu verstehen, bei allem Ringen um das Ziel, um das richtige Tempo um den Weg zum Sinn. Gott kommt uns entgegengelaufen. Es lohnt sich anzuhalten im täglichen Gehätze und aufzuschauen seinem Antlitz entgegen.

AMEN

KU Sprüche

1. Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein. 1.Mose 12,2

2. Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und habt keine Angst; denn der Herr, dein Gott, wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen 5 5. Mose 31,6

3. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt!

Jos. 1,5

4. Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner

Flügel.

Ps. 17,8

5. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

. Ps. 23,1

6. Herr, zeig mir deine Wege und lehre mich deine Steige.

Ps. 25,4

7. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft.

Ps. 25,5

8. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist

meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen.

Ps. 27,1

9. Herr, du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wolles du mich

leiten und führen,

Ps. 31,4

10. Gott, du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Ps. 31, 9b

11. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.

Ps. 32,

12. Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit so weit die Wolken

gehen.

Ps. 36,6

13. Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Ps. 36,10

14. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohl machen.

Ps. 37

15. Du aber, Herr, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden: laß deine Güte und

Treue allewege mich behüten.

Ps. 40,12

16. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Ps. 51,12

17. Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?

Ps. 56,12

18. Gott ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiß nicht fallen werde.

Ps. 62,3

19. Die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben.

Ps. 69,33

20. Gott der Herr ist Sonne und Schild.

Ps. 84,12

21. Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, daß Güte und Treue einander begegnen,

Gerechtigkeit und Friede sich küssen.

Ps. 85, 10 u. 11


22. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz

bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.

Psalm 86,11

23. Der Herr hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Psalm 91,11

24. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.

Psalm 103,8

25. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Psalm 119,105

26. Der Herr wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Psalm 121,3

27. Lehre mich tun nach einem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe

mich auf ebner Bahn.

Psalm 143,10

28. Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich,

ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Jes.41,10

29. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen;

du bist mein.

Jes.43,1

30. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir

weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.

Jes.54,10

31. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund

Gottes geht.

Mt. 4,4

32. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Mt.5,5

33. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Mt. 5,7

34. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Mt.5,9

35. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden

an seiner Seele?

Mt.16,26

36. Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Mt.25,40

37. Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Mt.28,20

38. Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende

Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lk 1, 78+79

39. Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich

glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Joh.6,35

40. Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis,

sondern wird das Licht des Lebens haben.

Joh.8,12

41. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.

Joh.10,14

42. Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der

Finsternis bleibe.

Joh.12,46

43. Ist´s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.

Römer 12,18

44. Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Römer 12,21

45. Der Gott der Hoffung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr

immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes.

Römer 15,13

46. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte

unter ihnen.

1.Korinther 13,13

47. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

2.Kor.3,17

48. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue,

Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Gal.5,22

49. Gott gebe euch Kraft nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch

seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohnen und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.

Eph.3, 16+17

50. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und

der Besonnenheit.

2.Tim.1,7

51. Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen –

und wir sind es auch!

1.Joh.3,1

52. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

1.Joh.4,16

53. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.

Gen.26,24b

54. Du sollst Gott liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft!

Dtn.6,5

55. Der Mensch sieht auf den äußeren Schein. Gott aber sieht das Herz an.

1.Sam.16,7

56. So mache dich auf und richte es aus! Gott wird mit dir sein!

1.Chr.22,16b

57. Dein Leben lang habe Gott vor Augen.

Tob.4,6

58. Was Gott im Himmel will, das geschehe!

1.Makk. 3,60

59. ich liege und schlafe und erwache, denn Gott erhält mich.

Psalm 3,6

60. Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner

Rechten ewiglich.

Psalm 16,11

61. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei

mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Psalm 23,4

62. Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, ....du stellst meine Füße auf weiten

Raum.

Psalm 31,8a.9b

63. Ich aber, Gott, hoffe auf dich und spreche: Du bist für mich Gott! Meine Zeit steht in

deinen Händen.

Psalm 31, 15-16a

64. Gott wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den

Mittag.

Psalm 37,6

65. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf

mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Psalm 51, 12-14

66. Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf

Gottes Güte immer und ewig.

Psalm 52,10

67. Siehe, Gott steht mir bei und erhält mein Leben.

Psalm 54,6

68. Zu Gott allein ist stille meine Seele; von Gott kommt mir Hilfe.

Psalm 62,2

69. Gott behüte dich vor allem Übel und behüte deine Seele.

Psalm 121,7

70. Die auf Gott hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion.

Psalm 125,1

71. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Psalm 139,5

72. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.

Psalm 139,23

73. Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein,

Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.

Spr.2,10f

74. Der Gerechten Pfad ist wie das Licht am Morgen, das immer heller wird bis zum vollen

Tag.

Spr.4,18

75. Liebe deckt alle Übertretungen zu.

Spr.10,12b

76. So geh hin und iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies

dein Tun hat Gott schon längst gefallen.

Koh.9,7

77. Siehe, Gott ist mein Heil; ich bin sicher und fürchte mich nicht.

Jes.12,2a

78. Die auf Gott vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, daß sie auffahren mit

Flügeln wie Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.

Jes.40,31

79. Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege,

spricht Gott, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Jes.55, 8-9

80. Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht Gott:

Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Jer.29,11

81. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen

werdet, so will ich mich von euch finden lassen.

Jer.29, 13-14a

82. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott von dir fordert, nämlich Gottes Wort

halten und Liebe üben.

Mi.6,8a

83. Selig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden

gesättigt werden.

Mt.5,6

84. Ihr seid das Salz der Erde.

Mt. 5,14a

85. Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch

geöffnet.

Mt. 7,7

86. Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge:

Heb dich dorthin! So wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Mt. 17,20b

87. Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Mk.9, 24b

88. Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Joh.14,6a

89. Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apg.5,29b

90. Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand

soll sich unterstehen, dir zu schaden.

Apg.18, 9b-10a

91. Welche Gottes Geist treibt, die sind Gottes Kinder.

Röm.8,14

92. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

Röm.8,28a

93. Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein.

Röm.8,31

94. Keine und keiner lebt sich selbst, keine und keiner stirbt sich selbst. Wenn wir leben,

leben wir in Gott, und wenn wir sterben, sterben wir in Gott. Wir gehören Gott im Leben und im Tod.

Röm.14, 7-8

95. Darum nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.

Röm.15,7

96. Ihr seid Gottes Bau. Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist,

welcher ist Jesus Christus.

Kor.3, 9b.11

97. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre

ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

1.Kor.13,1

98. Die Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

1.Kor.13,7

99. Die Liebe vergeht niemals.

1.Kor.13,8

100. Wir sehen jetzt wie durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu

Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

1.Kor.13,12

101. Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.

1.Kor.15,10a

102. Wachet, steht im Glauben, seid mutig und stark!

1.Kor.16,13

103. Alle eure Dinge laßt in der Liebe geschehen!

1.Kor.16,14

104. Wer zu Christus gehört, ist ein neuer Mensch. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist

geworden.

2.Kor.5,17

105. Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und laßt euch nicht wieder das

Joch der Sklaverei auflegen.

Gal.5,1

106. Lebt als Kinder des Lichtes – die Frucht des Lichtes ist lauter Güte und Gerechtigkeit

und Wahrheit.

Eph.5,8b-9

107. Ich bete darum, daß eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller

Erfahrung.

Phil.1,9

108. Haltet am Wort des Lebens fest.

Phil.2,16

109. Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.

Phil.4,6

110. Aber Gott ist treu und wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren.

2.Thess.3,3

111. Der Glaube ist eine gewisse Zuversicht.

Hebr.11,1

112. Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.

Hebr.13,9

113. Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und

Wahrheit.

1.Joh.3,18

114. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott

in uns, und Gottes Liebe bleibt in uns vollkommen.

1.Joh.4,12